Kaum eine Pflanze ist im eigenen Garten so einfach anzubauen, wie Knoblauch. Das ist praktisch, denn die aromatischen Knollen und Zehen finden in vielen leckeren Gerichten Verwendung. Lese hier, wie Dir der Knoblauchanbau im eigenen Garten spielend gelingt.

Standort

Suche in deinem Garten einen Ort, der viel Sonne abbekommt und weder zu feucht noch zu trocken ist. Zu viel Feuchte kann in der Knoblauchpflanze zu Schimmelbildung führen. Ist es dagegen zu trocken, kann es aufgrund der flachen Wurzeln schnell zu Trockenschäden kommen.

Saatgut 

Knoblauchpflanzen treiben neu aus Knoblauchzehen aus. Allerdings solltest du nicht einfach Knoblauchzehen aus dem Supermarkt nutzen: Diese stammen häufig aus Südeuropa und sind daher an ein anderes Klima gewöhnt. Suche lieber nach regionalen Sorten, damit deine Ernte ein Erfolg wird. 

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, Brutzwiebeln zu nutzen. Diese können aus blühenden Knoblauchpflanzen gewonnen werden. Bis hieraus allerdings ganze Knoblauchknollen werden, vergehen zwei Jahre. Im ersten Jahr in der Erde wachsen die Brutzwiebeln zu einer großen, einzelnen Zehe heran. Erst im zweiten Jahr bildet sich eine richtige Knoblauchknolle. 

Aussaat 

Knoblauch kann im Herbst oder im Frühjahr ausgepflanzt werden. Wenn du die Zehen bereits im Herbst in die Erde steckst, wird deine Ernte größer. Allerdings haben Schädlinge dann auch mehr Zeit, deine Pflanzen heimzusuchen. 

Bevor du die Knoblauchzehen in die Erde steckst, solltest du den Boden mit einer Grabeforke etwas auflockern. Wenn dein Boden besonders nährstoffarm ist, kannst du auch ein wenig Kompost einarbeiten. Stecke die Zehen dann in eine Tiefe von etwa 5 cm in den Boden hinein. Achte dabei darauf, dass das stumpfe Ende nach unten zeigt – denn hier bilden sich die Wurzeln. Knoblauch kannst du recht eng pflanzen – ein Abstand von 10 bis 20 cm pro Pflanze ist vollkommen in Ordnung. Gieße die Zehen nach dem Einpflanzen gut mit Wasser an, damit sie rasch Wurzeln bilden. 

Pflege

Das Schöne an Knoblauch ist, dass er sehr pflegeleicht ist. Wenn überhaupt, dann solltest du gelegentlich Beikräuter entfernen. Ein wenig Wasser bei anhaltender Trockenheit schadet ebenfalls nicht. Hast du deinen Knoblauch im Herbst ausgepflanzt, so kannst du ihn vor starkem Frost mit einer Mulchschicht schützen. Ansonsten heißt es: abwarten und auf die Ernte freuen! 

Krankheiten

Der scharfe, aromatische Geschmack des Knoblauchs wird durch einen Stoff namens Allicin hervorgerufen. Was wir am Knoblauch so lieben, ist gleichzeitig das, was den Knoblauch vor Fressfeinden schützt. Krankheiten und Schädlinge sind insgesamt selten. Für den Hobbygärtner gibt es eigentlich nur zwei Sorgen: die Lauchmotte und die Knoblauchfliege. 

Knoblauchfliegen treten nur bei im Herbst gepflanzten Knoblauch auf – durch eine Aussaat im Frühjahr kann man einen Befall also vermeiden. Die etwas geringere Ernte kann man durch einige Pflanzen mehr kompensieren.

Die Lauchmotte ist ein Nachtfalter und legt ihre Eier bevorzugt auf Zwiebelgewächse. Zwar werden vornehmlich Lauch und Gemüsezwiebeln befallen, aber auch Knoblauch kann betroffen sein. Indem man einen gelegentlichen Blick auf den Knoblauch wirft und die Raupen absammelt bzw. befallene Blätter abschneidet und entsorgt, kann auch der Lauchmottenbefall recht einfach unter Kontrolle gehalten werden. Indem man die Knoblauch Pflanzen neben geschickt gewählte Beetpartner pflanzt, kann man einen Befall ebenfalls gut verhindern. 

Mischkultur

Besonders gute Partner von Knoblauch in Mischkultur sind Erdbeeren und Möhren. Die Hauptschädlinge von Erdbeeren werden durch den Geruch der Knoblauchpflanzen abgehalten. Möhren und Knoblauch schützen sich sogar gegenseitig. Andere Pflanzen, die von einer Nachbarschaft mit Knoblauch profitieren sind Salate und Gurken, sowie Tomaten, Himbeeren und Rote Bete.

gute Mischkultur PartnerErdbeeren, Möhren, Salate, Gurken, Tomaten, Himbeeren, Rote Bete
schlechte Mischkultur PartnerErbsen, Bohnen, Zwiebeln, Lauch, Kohlarten
Übersicht über gute und schlechte Mischkultur-Partner von Knoblauch

Keine guten Nachbarn sind Erbsen und Bohnen. Auch sollte man es vermeiden, Zwiebeln und Lauch in der Nähe von Knoblauch anzupflanzen, da diese von denselben Schädlingen befallen werden können und eine Übertragung somit wahrscheinlicher ist. Kohlarten und Knoblauch vertragen sich ebenfalls nicht gut.

Ernte

Erntereifen Knoblauch kann man daran erkennen, dass das Laub bis auf einen kleinen Teil direkt über der Knolle gelb geworden ist. Für im Herbst gepflanzten Knoblauch ist dies bereits ab Juni der Fall, ansonsten ab August. Wenn die Zeit reif ist, kann man die Knoblauchpflanzen als Ganzes aus der Erde ziehen. Danach sollte man die Pflanzen aufhängen und an der Luft trocknen lassen, um sie lange haltbar zu machen. An kühlen und trockenen Orten ist dies für mehrere Monate kein Problem. 

Fazit

Wenn du diese Anleitung befolgst steht einer erfolgreichen knoblauchernte nichts im Wege. Das Schöne ist, dass du bereits mit wenigen Knoblauchknollen deine durchschnittlichen Jahresverbrauch komplett alleine Decken kannst. Und wenn du eine besonders reiche Ernte hast, dann freuen sich auch Freunde, Familie und Nachbarn über die ein oder andere Knoblauchknolle aus deinem Garten.