Eigene Tomaten anzubauen ist nicht schwer. Alles was man braucht sind gutes Saatgut oder starke Jungpflanzen vom Gärtner und einen sonnigen und warmen Standort. Wenn du die folgenden Tipps und Tricks zum Tomatenanbau befolgst, steht einer reichen Ernte nichts im Wege.

Mit unserer Anleitung kannst auch du leckere, intensiv schmeckende Tomaten ernten.

Tomaten aus Samen ziehen

Tomatensamen kannst du entweder kaufen oder aus deinen Lieblingstomaten selber gewinnen. Hierzu löffelst du die Samen aus einer vollreifen Tomate und lässt sie in einem Glas mit Wasser stehen. Hierdurch werden keimungshemmende Stoffe abgebaut. Nach etwa drei Tagen kannst du die Samen aus dem Wasser fischen und auf einem Stück Küchenrolle oder Kaffeefilter trocknen und anschließend dunkel und trocken für mehrere Jahre lagern.

Der beste Zeitpunkt für das Vorziehen von Tomaten ist Anfang bis Mitte März. Suche dir für jede Tomatenpflanze, die du vorziehen möchtest, einen kleinen Topf oder ähnliches Gefäß mit 10 bis 12 cm Durchmesser und achte darauf, dass am Boden Löcher sind, damit überschüssiges Wasser abfließen kann. Fülle den Topf mit Anzuchterde, denn diese enthält weniger Nährstoffe und sorgt dafür, dass deine Tomaten ein großes und gesundes Wurzelwerk ausbilden. Lege in jeden Topf drei Tomatensamen und bedecke sie leicht, etwa einen halben Zentimeter, mit Erde und gieß das Ganze gut an. Stell den Topf an einen hellen und warmen Ort, zum Beispiel eine Fensterbank, und achte darauf, dass die Erde nicht austrocknet.

Nach wenigen Tagen fangen die Samen an zu keimen. Schau dir an, welcher Keimling am kräftigsten und gesündesten wirkt und schneide die anderen ab. Wenn es mild (ab 15 Grad) Celsius und trocken ist, kannst du die Tomatenpflanzen tagsüber nach draußen stellen um sie abzuhärten. Wenn es lange kalt und feucht bleibt, solltest du sie ein bisschen schütteln und bewegen. Dies täuscht den Pflanzen Wind vor und sorgt dafür, dass der Stängel dicker wächst und damit stabiler wird.

Jungpflanzen vom Gärtner oder Markt

Am wenigsten Arbeit macht man sich, indem man Jungpflanzen aus einer Gärtnerei oder vom Markt kauft. Dies ist zwar die teuerste Variante, aber man kann so auch an seltene und alte Sorten gelangen. Wichtig ist, darauf zu achten, dass die Jungpflanzen nicht mit Dünger versorgt worden sind. Die Tomaten sehen dann zwar kräftig und stabil aus, brauchen aber regelmäßig Dünger, da sie sonst verkümmern. Dünger führt bei Jungpflanzen zu schnellem Wachstum durch eine hervorragende Nährstoffversorgung, allerdings verhindert dies die Ausbildung eines weitverzweigten und tiefen Wurzelsystems. Sobald der Nährstoffgehalt sinkt, kann das kleine Wurzelsystem die schon sehr große Pflanze nicht mehr versorgen und die Tomate geht schließlich ein oder fristet nur ein sehr kümmerliches Dasein. Vor allem bei Pflanzen aus dem Baumarkt tritt dieses Problem oft auf, bei Tomaten aus der Gärtnerei im Regelfall nicht.

Tomaten durch Stecklinge vermehren

Wer eine Tomatenpflanze überwintert hat, kann diese im Frühjahr durch Stecklinge vermehren und so einen Klon der ursprünglichen Pflanze erzeugen. Aber auch Geiztriebe und Konkurrenztriebe, die im Rahmen der Tomatenpflege entfernt werden, lassen sich zu neuen Pflanzen erziehen. Hierzu wird die das untere Ende des Triebes mit einem scharfen Messer schräg angeschnitten und alle Blätter bis auf das obere Blattpaar entfernt. Den Steckling stellt man nun an einen hellen Ort in ein Gefäß mit Wasser und wartet, bis sich Wurzeln bilden. Den bewurzelten Steckling steckt man dann tief in einen Topf mit etwa 10 bis 12 cm Durchmesser, sodass nur das oberste Blattpaar aus der Erde schaut. Die neue Tomate behandelt man nun genau wie eine aus Samen gezogene Pflanze.

Der richtige Standort

Tomaten mögen es am liebsten sonnig und warm. Du solltest außerdem darauf achten, dass die Pflanzen regelmäßig Wind abbekommen. Dadurch werden die Pflanzen nicht nur kräftiger und widerstandsfähiger, der Wind hilft auch bei der Bestäubung und sorgt dafür, dass Tomaten nach Regen schneller abtrocknen, um Pilzinfektionen zu verhindern. Ein regengeschützter Ort ist also ebenfalls von Vorteil. Tomaten, die im Topf wachsen kann man sehr gut vor Mauern oder an die Hauswand stellen, da die Steine tagsüber Wärme speichern und nachts wieder abgeben. Wer seine Tomaten im Gewächshaus aufzieht hat mit Regen kein Problem, sollte aber sicherstellen, dass es nicht zu heiß wird. Dauerhafte Temperaturen über 30 Grad schaden den Pflanzen. Um die Gefahr von Pilzinfektionen zu verringern, sollte man außerdem für Durchzug sorgen.

Tomaten sind Starkzehrer, das heißt: sie benötigen einen stick- und nährstoffreichen Boden. Wenn man Tomaten im eigenen Garten oder im Gewächshaus aufzieht, sollte man den Boden entsprechend vorbereiten. Einige Wochen bevor die Pflanzen in die Erde kommen kann man hierfür Kompost oder Mist einarbeiten. Wenn die Tomaten im Topf wachsen sollen, kann man auch spezielle Tomatenerde kaufen um eine optimale Nährstoffversorgung sicherzustellen.

Die Tomaten auspflanzen

Wenn Mitte Mai die Eisheiligen vorbei sind, können die Tomatenpflanzen endlich hinaus. Mit einem kleinen Trick könnt ihr beim Einpflanzen der Tomate dafür sorgen, dass sie mehr Wurzeln bildet. Dadurch wächst sie kräftiger und gesünder, wird widerstandsfähiger und bringt eine reichere Ernte.

Am Tag vor dem Auspflanzen entfernt ihr alle seitlichen Blätter und Triebe außer dem obersten Paar und legt die Tomate samt Vorzuchttopf auf die Seite. Da sich Pflanzen dem Licht ausrichten wird sich die Spitze der Pflanze nach oben drehen. Die Tomate wird am folgenden Tag liegend in die Erde gepflanzt, sodass nur noch die Spitze aus dem Boden ragt. Aus dem nun unterirdisch gelegenen Stängel bilden sich neue Wurzeln, die die Nährstoff- und Wasserversorgung der Pflanzen verbessern.

Nachdem die Tomaten im Topf, Garten oder Gewächshaus gepflanzt sind, solltet ihr den Boden mit einer guten Schicht Mulch abdecken. Dies verhindert ein Austrocknen des Bodens und schützt die Pflanzen vor Spritzwasser von unten, was den Befall mit Pilzen reduziert.

Wenn ihr eine Strauchtomatensorte gepflanzt habt, solltet ihr nun dafür sorgen, dass die Pflanze auch ranken kann. Hier bieten sich viele verschiedene Möglichkeiten an. Gerade Stäbe, zum Beispiel aus Bambus sind die günstigste Variante, allerdings muss die Tomate am Stab angebunden werden. Bei spiralförmigen Tomatenstäben kann sich die Tomate von allein halten, wenn sie drumherum gewunden wird. Eine dritte Variante sind sogenannte Tomatenhaken, diese können jedoch nur im Gewächshaus oder auf dem Balkon eingesetzt werden. Eine Schnur wird am Fuß der Pflanze angeknotet und danach mithilfe des Tomatenhakens über der Pflanze befestigt. Die wachsende Tomate wird dann einfach um die gespannte Schnur gewunden und die Tomate kann entlang der Schnur nach oben klettern.

Tomaten in Mischkultur

Mit den richtigen Pflanzen in der Nachbarschaft kannst du deinen Tomatenpflanzen einen großen Gefallen tun. Da Tomaten vor allem nach oben wachsen, gibt es verschiedene Gemüse und Kräuter, die man unter die Tomaten pflanzen kann.

Basilikum und Petersilie

Zu den besten Beetpartnern für Tomaten gehören Basilikum und Petersilie. Die Blüten des Basilikums locken Bienen und Hummeln an, die für die Bestäubung deiner Tomaten extrem förderlich sind. Außerdem finden die beiden Kräuter mit Tomaten in vielen Gerichten oder Salaten gemeinsam Verwendung, sodass man sie gleichzeitig ernten kann. Basilikum und Petersilie haben keine hohen Nährstoffansprüche, sodass der Starkzehrer Tomate ihnen keine Konkurrenz macht.

Salate

Salate lassen sich ebenfalls sehr gut unter Tomatenpflanzen anbauen. Sie stellen nur geringe Ansprüche an den Boden und profitieren davon, wenn die Tomate die Salatblätter beschattet. Dies beugt nicht nur Verbrennungen bei zu viel Hitze vor, sondern verhindert auch, dass der Salat zu schnell in Blüte geht. Weil Tomaten und Salat gerne zusammen gegessen werden, sparst du dir bei der gleichzeitigen Ernte außerdem Arbeit. Salate vertragen sich leider nicht Petersilie, sodass du nicht alle drei zusammen pflanzen kannst – Basilikum stellt aber kein Problem dar.

Ringelblumen und Studentenblumen

Ringelblumen (Calendula) und Studentenblumen (Tagetes) sorgen nicht nur für optische Höhepunkte im Garten, sondern sie helfen den Boden gesund zu halten, da sie ein bewährtes Mittel gegen Fadenwürmer (Nematoden). Ringelblumen halten durch ihren Geruch Schnecken fern, Tagetes hingegen werden von Studentenblumen anderen Gemüsepflanzen gegenüber bevorzugt, sodass sie sich lieber an die Blume als an den Salat machen. Beide Pflanzen vertragen sich mit allen normalen Gemüsesorten und können daher sehr gut dazu genutzt werden um kleine und große Lücken im Beet oder im Topf zu schließen.

Die schlechtesten Kulturpartner für Tomaten

Da Tomaten Starkzehrer sind, solltest du es generell vermeiden andere Starkzehrer, wie Kohlsorten, in zu geringer Entfernung anzupflanzen. Wenn du Kartoffeln anbaust, sollten diese so weit entfernt wie möglich von den Tomaten stehen, da du sonst sehr schnell Probleme mit der Kraut- und Braunfäule bekommen kannst. Du solltest außerdem deine Tomaten nicht gemeinsam mit Gurken oder Erbsen pflanzen, da diese Gemüsesorten sich ebenfalls negativ beeinträchtigen.

Die Pflege deiner Tomatenpflanzen

Damit deine Tomaten gut und kräftig wachsen und dir eine reiche Ernte bescheren, solltest du sie richtig pflegen. Wenn du die folgenden Tipps beherzigst, tust du deinen Pflanzen Gutes.

Tomaten richtig gießen

Der richtige Zeitpunkt zum Ernten

Platzhaltertext